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Klar und Hell (qīng míng 清明)

Aktualisiert: 9. Apr.


Die Zeitphase: 05.04.–19.04. jedes Jahr. Am 4. oder 5. April erreicht die Sonnenposition auf der Ekliptik 15°.

In dieser Zeit ist die Natur „klar und hell“ geworden und zeigt eine bezaubernde Frühlingslandschaft. Eine Zeit zum Innehalten, Erinnern und Neubeginn.

Es ist auch ein Zeitpunkt, an dem Natur und Kultur tiefgreifend zusammentreffen.


Drei natürliche Phänomene:


Blauglockenbäume fangen an zu blühen.


Feldmäuse sind nicht mehr zu sehen, stattdessen tauchen Erdwachteln auf.


Der Regenbogen kann am Himmel wieder erscheinen.


Die Bräuche in China:


Tag des Totengedenkens: Am 4. oder 5. April gehen die Menschen zum Friedhof, um die Gräber zu pflegen und frische Blumen niederzulegen.

Das ist ein Festtag, an dem die Menschen ein würdevolles Andenken an die Vorfahren bewahren und die Trauer verarbeiten.



Bäume pflanzen: In dieser Zeit setzen die Menschen neue Bäume, um die Toten zu ehren und Neues heranwachsen zu lassen. Der Baum ist ein Symbol für die Seelenwanderung des Lebens. „Die Vorfahren pflanzen die Bäume, die Nachkommen genießen den Schatten“, sagt der Volksmund.

Dank dieser tief verwurzelten Kultur ist der Prozess der Baumpflanzung in China heute eine beeindruckende ökologische Leistung. Während in Südchina, z. B. in meiner Heimat Yunnan, der Waldanteil über 60 % liegt, verhindert in Nordchina die angelegte „grüne Mauer“ die Ausbreitung von Wüsten und reduziert Sandstürme um etwa 80–90 %, z. B. in der Stadt Peking.


Das Gemälde: „Entlang des Flusses während des Qingming-Festivals“ ist eine Panorama-Reise in das goldene Zeitalter Chinas (Song- Dynastie) und zeigt die Bräuche in ländlichen Gebieten und in der Stadt. Die originale Schriftrolle ist 25,5 cm hoch und 5,25 m lang und gilt als ein Meisterwerk von Weltrang.

Das Video mit Musik präsentiert einen Überblick über das große Gemälde und den Lebensstil aller Gesellschaftsschichten vor fast tausend Jahren in China.


Prävention:

Nach den fünf Elementen der TCM sind die Augen die Öffnung der Leber und entsprechen der Frühlingszeit.


Ausflug ins Grüne: Wir können die Zeit in der Natur genießen. Dabei öffnen wir unsere Sinnesorgane, besonders die Augen. Das Grün unterstützt unsere Sehkraft und besänftigt die Leberfunktion. Zudem hilft es uns, Stress abzubauen und Glückshormone auszuschütten.


Passende Kleidung und Ausrüstung: Bei wechselhaftem Aprilwetter gehen wir mit passender Kleidung nach draußen. „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung“, besagt ein norwegisches Sprichwort.



Übung für klare Augen: Da unsere Augen oft durch die Bildschirmzeit belastet sind, benötigen wir Übungen, um sie zu entspannen und wieder klar zu sehen.


  • Wir reiben beide Handflächen kräftig aneinander, bis sie warm sind. Dann legen wir die gewölbten Handteller locker über die geschlossenen Augen. Dabei atmen wir tief in den Bauch, genießen die Wärme und die absolute Dunkelheit für ein bis zwei Minuten.

  • Danach öffnen wir die Augen und blicken möglichst in die Ferne ins Grüne. Wir bewegen die Augäpfel achtmal im Uhrzeigersinn und anschließend achtmal gegen den Uhrzeigersinn.

  • Zuletzt platzieren wir beide Zeigefinger am inneren Augenwinkel und streichen entlang der Augenbrauen nach außen zu den Schläfen. Von innen streichen wir nun sanft über den Jochbeinrand wieder nach außen zu den Schläfen, auf die wir sanft drücken und sie kreisend massieren.

Diese Übung lockert die innere und äußere Muskulatur der Augen und fördert die Durchblutung.


Ernährung:

In dieser Zeit ist das Wetter wechselhaft. Kälte aus dem Winter kann noch im Körper verweilen, und mit zunehmendem Regen sammelt sich Feuchtigkeit an. Ein traditionelles Speise aus China helfen uns dabei:


Grüne Bällchen (Qingtuan): 

Die leuchtend grüne Farbe und die weiche, klebrige Textur sind zum Qingming- Fest willkommen. Sie können auch eine schöne Ergänzung zu grünen Eiern an Ostern sein.

Zutaten:Teig: Klebreismehl 200 g, Maisstärke 40 g, Tapiokastärke 20 g, Beifuß- (oder Spinat-)Püree 100 g, kochendes Wasser ca. 150 ml, Pflanzenöl 15 g.Füllung: Azukibohnen Paste ca. 200 g

(selbstgemacht, siehe Ende der Hitze).

Zubereitung:

  • Brühen: Wir geben die Stärke in eine Schüssel und befeuchten sie mit etwas kaltem Wasser. Dann gießen wir kochendes Wasser darüber und rühren schnell, bis die Masse transparent wird.

  • Mischen: Wir fügen das Klebreismehl, das Öl und das Püree hinzu und kneten alles zu einem glatten, geschmeidigen grünen Teig.

  • Füllen und formen: Wir teilen den Teig und die Bohnenpaste in kleine Portionen auf (etwa 35 g Teig und 15 g Füllung) und rollen sie in unseren Handflächen zu glatten Bällchen.

  • Dämpfen: Wir bestreichen die fertigen Qingtuan dünn mit Öl und dämpfen sie ca. 8–10 Minuten.

Tipp: Falls wir Spinat verwenden, blanchieren wir ihn kurz und drücken ihn gut aus, um Oxalsäure zu reduzieren. Eine Prise Ingwer macht die Bällchen bekömmlicher. Zudem unterstützt Spinat die Augenfunktion.



Ei im Vogelnest:

Zutaten: Kartoffeln 150 g, Karotten 160 g, Ei 1 Stück, Pflanzenöl 10 g, eine Prise Gewürze (z. B. Rosmarin, Kardamom, Salz).Beilage: Grüner saisonaler Salat und Kräuter.

Zubereitung:

  • Vorbereiten: Die Kartoffeln und Karotten in feine Streifen reiben. Etwa 10 g der Karottenstreifen für die spätere Dekoration beiseitelegen.

  • Anbraten: Das Pflanzenöl mit dem Rosmarin in einer kleinen Pfanne (ca. 16 cm) bei mittlerer Hitze eine Minute lang erwärmen. Die Kartoffel- und Karottenstreifen hinzufügen, etwa zwei Minuten gleichmäßig vermengen und in der Pfanne verteilen.

  • Das „Nest“ formen: In der Mitte der Gemüsemischung eine Mulde bilden. Das Ei hineinschlagen, die Pfanne abdecken und ca. drei Minuten garen, bis das Ei gestockt ist.

  • Wenden: Die Mischung mithilfe eines Tellers vorsichtig wenden und auf der anderen Seite für weitere zwei Minuten bei geringer Hitze fertig backen.

  • Anrichten: Den grünen Salat auf einem Teller auslegen, das „Vogelnest“ darauf platzieren und mit den restlichen Karottenstreifen sowie Kräutern garnieren.

Dieser ausgewogene Teller verschönert nicht nur unsere Mahlzeit, sondern liefert auch viele wertvolle Vitamine. Zusammen mit saisonalem Salat und frischen Kräutern ergibt sich eine vollwertige und alltagstaugliche Kombination.


Augen-Tee:

Ein Tee aus Augentrost (Euphrasia officinalis) und Stiefmütterchen (Viola tricolor oder Viola arvensis) wirkt entzündungshemmend und beruhigend – ideal bei Augenreizungen oder müden Augen. Der zart süße Duft der Stiefmütterchen verleiht dem Tee ein mildes Aroma.

  • Anwendung und Zubereitung:

Innerliche Anwendung: Je 1 TL getrocknetes oder frisches Kraut mit 250 ml heißem Wasser übergießen, 3-5 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Täglich 2–3 Tassen trinken.

  • Äußerliche Anwendung: Die Augen über dem heißen Tee dämpfen lassen. Für Augenkompressen den abgekühlten Tee auf Wattepads oder ein sauberes Tuch geben und für ca. 15 Minuten auf die geschlossenen Augen legen. Wichtig ist, den Tee immer frisch zuzubereiten, um Bakterienbildung zu vermeiden.

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Xie Praxis für Traditionelle Chinesische Medizin

 

Yun Xie    

Therapeutin der TCM & Dipl.Psychologin

ZSR Nr: B288361

 

 

Sprachen: Deutsch,Englisch,Chinesisch
keine Dolmetscher nötig

Adresse: Niesenweg 2 / EG, 3012 Bern

               (rollstuhlgängige Praxis)

 

E-mail: xiepraxis.tcm@gmail.com

Tel & Whatsapp:  0041-779887574 

Öffnungszeit: Mo.-Fr. 10:00-18:30 Termin nach Voranmeldung

 

 Ausgabe: Yun Xie,Copyright     vorbehalten

 

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